One Reason …. oder die Sehnsucht einer verlorenen Leidenschaft

Sitze da, ein Glas Wein, gedämpftes Licht, in meinen Kopfhörern klingt gerade Tracy Chapman „give me one reason.“

Denke über vieles nach, lasse meine Gedanken ziehen, während draußen eisige Kälte um das Haus schleicht. Kerzenlicht… Flackernde Schattenwände.

Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht an mir, vielleicht am Wein oder an der Musik. An all die verpassten Abzweigungen, die man so in einem Leben hinter sich lässt, all die falschen Entscheidungen die man trifft und die paar Richtigen. 44 und ein neues Jahr eigenen sich perfekt für was wäre wenn Gedankenspiele, vor allem, wenn man die Zukunft nicht mehr so klar vor einen sieht, wie man dies vielleicht schon einmal getan hat. Wenn man sich irgendwie fühlt, als würde man zwischen den Stühlen zum Sitzen gekommen sein, als wäre man irgendwann abgebogen und würde jetzt im Niemandsland stehen.

Ich habe immer gern geschrieben, Texte moduliert, Gedanken eine Form gegeben, in Worte gegossen, Stimmungen eingefangen… und weiß bis heute nicht warum ich diesen Weg irgendwann verlassen habe, die Kreativität, die Vision, die Sehnsucht und die Hoffnung eingetauscht habe. 2017 also, jetzt hier, gestrandet in einem Moment wo es immer zwei Wege gibt. Einen klaren, einen sicheren, einen vorgezeichneten mit all den vorbestimmten Stationen, die man gehen kann und dann diesen einen, der sich im Nebel verliert, wo man eben nicht weiß, welche Aussichten einen erwarten, welche Abgründe sich auftun und ob man am Ende dann wirklich auf einem Gipfel steht und was für ein Gipfel soll es sein?

Mit 16 ist das Leben noch wesentlich einfacher, ist man sich sicher, dass man zu Großen bestimmt ist, man weiß, was man Kann und dass man definitive der Beste in dem ist was man tun möchte und nichts aber auch wirklich nichts einem im Leben von seinen Träumen abbringen und aus der Bahn werfen kann. Jetzt, 38 Jahre später, nach einem kurvenreichen Leben, das einem mehr als einmal aus den Sattel geworfen hat, steht man wieder da.

Man beginnt wieder etwas zu erschaffen, setzt sich hin und schreibt – Geschichten die eine Form bekommen und man lehnt sich zurück und liest und merkt, dass man bei weiten nicht so gut ist, wie man dies noch in Erinnerung gehabt hat. Man ist mit dem was man liest, wie es formuliert ist, welche Worte man findet nicht mehr zufrieden.

Mit 16 sind die Hände mit den Gedanken nicht mehr mitgekommen, haben sie sich verselbständigt. Jetzt holpert es, stockt der Motor immer wieder und kommt nicht so recht in Fahrt, lesen sich die Texte oft eher wie alte, vernachlässigte, ausgewaschene Schotterstraßen in Süditalien. Fallen Wörter immer wieder durch Schlaglöcher aus meinem Hirn und verlieren sich im Nirgendwo der eigenen Erinnerungen. Überhaupt fällt es mir wesentlich schwerer einen Text zu schreiben, als damals, als ich allen ernstes der festen Überzeugung war, ich könnte nichts, wirklich nichts anderes im Leben werden als Schriftsteller…

Rechtschreibung – wurscht, Grammatik – etwas für Anfänger, Grundlagen und Handwerk der Schreibkunst – Vernachlässigungswürdig… Jetzt sehe ich das alles anders und irgendwie kommt es mir vor als würde mir ein ganzer Lebensabschnitt fehlen und die Ernsthaftigkeit, mit denen man einen Traum verfolgt und ist es überhaupt noch mein Traum? Was will ich wirklich? Was ist das, was übrig bleibt, wenn ich all dies weglassen würde, was einen unter dem täglichen Alltag begräbt? Was sind die Sehnsüchte, die irgendwo in einem Schlummern, was ist die Antwort auf die Frage, was für einen Weg möchte man im Leben einschlagen, welche Träume aufgreifen, welche Hoffnungen mit neuem Leben erfüllen? Ihnen das Feuer, die Leidenschaft einhauchen…

Wenn ich irgendwo alleine auf einen Gipfel stehe und sich unter mir das Leben mit den tausenden Geschichten ausbreitet, die irgendwo wie ein leises Rauschen an der Ewigkeit der Felswände stranden, fühle ich mich frei, frei von allen Zwängen, Verpflichtungen, fühle ich mich lebendig, versinke ich in der Stille und lösen sich die Gedanken, Zweifel, Sorgen auf erlischt Vergangenheit und Zukunft zu einem Jetzt. Denn jetzt ist man am Weg, jetzt steht man da und unter einem ein Abgrund, ein hundert Meter tiefes Nichts. Wenn man JETZT nicht lebt, sich auf das konzentriert, sich auf das fokussiert, was wesentlich ist, ist man nicht mehr. Mehr Gegenwart, geht nicht mehr.

Dann, wenn man wieder unten ist, die Stille hinter sich gelassen hat und in dem Nebel des Lebens eintaucht, kommt auch die Frage wieder zurück. Was macht dich hier frei? Worin ist man so gut, dass man einfach besser ist, oder worin steckt man einfach so viel Leidenschaft, dass man es einfach richtig macht, was ist das Projekt in deinem Leben, für das du alles, wirklich alles gibst? Die Antwort darauf ist bei weitem nicht mehr so einfach wie mit 16, oder vielleicht ist sie es auch, nur man hat wesentlich mehr Angst vor den Konsequenzen eines Fehltrittes….

Neubeginn

Silvester, Neujahr… Neubeginn, Neuanfang, Hoffnung…

Hoffnung, dass es möglich ist, etwas zu verändern, dass es besser wird, dass man im nächsten Jahr die Kraft, den Mut findet endlich das zu tun, nachdem man sich sehnt. Das Leben zu führen, das man sich erträumt hat.

All das Alte hinter sich zu lassen, die Spinnweben, den Staub aus seiner verkrusteten alten Welt zu werfen, all die Selbstlügen und Ausreden hinter sich zu lassen und seine Träume wieder auf Hochglanz zu polieren. Den Glauben in sich und seine Fähigkeiten wieder zu finden, aus dem Dunst und Nebel der Vergangenheit zu treten und da zu sein, anzukommen. Aus dem üblichen, alltäglichen, normalen, das zu finden, was einen Ausmacht, was einen zu den einem Menschen macht, das individuelle, einzigartige in sich, in seinem Können, in seinem ich sein zu finden…

Aus der Dunkelheit in das Licht eines neuen Jahres zu treten, Träumen eine Realität zu geben, Hoffnung nicht einfach nur Hoffnung sein zu lassen, sondern ihnen Leben einzuhauchen, Gestalt und Formen zu geben, sich neu geboren zu fühlen, die Energie zu fühlen, wenn in der Ferne am Horizont die Sonne empor steig, das Licht, die Wärme, das pure Leben wieder durch seine Adern fließen lässt und der Funken des ersten Lichtes das Feuer der Sehnsucht neu entfacht. Wie oft fragen wir uns was wäre, wenn, was hätten wir werden, tun und sein können, hätten wir diesen oder jenen Weg eingeschlagen. Selbstzweifel, Enttäuschung und Mutlosigkeit in einem grau in grau gewordenen Jetzt gemeißelt. Erstarrt zu einem Steinklotze, der einem am Bein hängt, den man mitschleppt, der einem in der Dunkelheit schlafloser Nächte zu erdrücken droht, der einem den Atem raubt und die Tage zur Abfolge ewig gleicher zur Gewohnheit gewordenen Gewöhnlichkeit verkommen lässt.

Bis Silvester, bis Neujahr, bis zu dem Augenblick, da die Hoffnung eines Neubeginns, die Verheißung der ersten Sonnenstrahlen eines neuen Tages und das Feuer der Sehnsucht Ketten zum Schmelzen und Steine zum Zerbersten bringen. Man von der Energie des Augenblickes hinweggespült wird, mitgerissen wird, wie eine Explosion mit der Erkenntnis, dass man gehen muss, das man den Weg beschreiten muss, dass man das leben muss, was man sein möchte. Dass man keine Gipfel erklimmen, kein Ziel erreichen wird, keine Hoffnung, keinen Traum verwirklichen wird, wenn man sich nicht auf den Weg macht….

Warum ich VdB wähle

Warum wähle ich am 04.12. Van der Bellen

Nicht weil er so links stehen würde – steht er nämlich nicht. Nicht weil er für Veränderung steht – steht er nämlich nicht. Aber Veränderung brauchen wir. Ein neues Bild unserer Welt, unserer eigenen Zerstörungswut und unseren Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.

Wir verbauen TÄGLICH ca. 22 ha Land – oder 31 Fußballfelder, der earth overshoot day ist jedes Jahr früher, heuer war er bereits am 08.08., 1987 war es noch der 19.12. Wir werfen alleine in Österreich jährlich 1 Million Tonnen an Lebensmittel weg, mit 300.000 t ist der private Haushalt der größte Lebensmittelvernichter. Wir produzieren pro Stunde mehr als je zuvor, unsere Produktivität war noch nie so hoch, und trotzdem geht die Schere zwischen Arm und Reich unaufhörlich auseinander. Die Klimaveränderung macht immer mehr Länder zu schaffen, entzieht Millionen von Menschen die Existenzgrundlage und wird sie zwingen, in den nächsten 10 bis 40 Jahren sich neue Lebensräume zu suchen. Dagegen ist die jetzige Flüchtlingsproblematik vermutlich nur ein lauwarmes Lüftchen.

All diese Probleme gehören angegangen, vieles erfordert ein Überdenken unseres Wirtschaftssystems, wie wir es kennen. Unser System gehört grundlegend überdacht und geändert und zwar radikal und nicht nur an ein paar Rädern gedreht.

Und warum ich jetzt Van der Bellen wähle, wenn ich oben zugebe, dass er eben nicht für diese Veränderung steht.

Ganz einfach – weil vieles, was hier als einfache Lösung daherkommt rein gar nichts löst, im Gegenteil, den Prozess des Auseinanderdriftens geradezu verschärft. Das Leugnen von Problemen – siehe Klimawandel, schafft das Problem nicht ab. Das Setzen auf die fossilen Brennstoffe hilft vielleicht kurzfristig denen, die in dieser Industrie beschäftigt sind, löst aber rein gar nichts.

Wir müssen Entwicklungen positiv vorantreiben. Mit dem Vorschlaghammer ziellos durch ein baufälliges Haus zu laufen und tragende Wände einzureißen, wird auch nicht dabei helfen, es zu renovieren, es besteht höchstens die Gefahr, dass uns die Decke auf den Kopf fällt.

Wir können uns vielleicht für eine gewisse Zeit auf eine Insel der Seligen zurückziehen und unseren Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre eh alles super. Eine Mauer um Europa, keine grundlegenden Änderungen in unserem Konsumverhalten, wird die Konflikte in dieser Welt nicht ändern und schon gar nicht lösen. Wir können die Armut aussperren, die Mauern so hoch bauen, damit wir das Elend dahinter nicht mehr sehen müssen, wir können unsere Grenzen mit Waffen verteidigen, damit das Elend nicht mehr zu uns schwappt, wir können uns einreden, dass dies eh ok wäre. Wir zuerst, sollen die anderen eigene Lösungen suchen – all das wird den Hass auf den Westen und seiner Ideologie des Marktes nicht mindern. Es wird die Radikalen nicht schwächen, es wird den Terror nicht bekämpfen. Es wird ihn weiter anheizen. Treibt Millionen, die eigentlich nichts anderes als friedlich leben wollen, direkt in die Arme der Hetzer. So leben die Hetzer auf beiden Seiten perfekt voneinander.

Wenn wir uns von außen betrachten, wenn wir unsere Blickrichtung ändern. Wenn wir unsere bunte Konsumwelt, die per Mausklick in die tiefsten Slums, in die trost- und hoffnungslosesten Gegenden der Welt exportiert wird, von dort aus betrachten. Unser verlogenes Hochhalten von christlichen und demokratischen Werten, während wir gleichzeitig zu Gunsten der Wirtschaft in anderen Ländern darauf verzichten, und uns ihre Rohstoffe, ihren Boden, ihre Lebensgrundlage unter den Nagel reißen, wundert es uns dann, wenn die Wut und der Hass weltweit auf unsere Art zum Leben steigt?

Menschen pauschal in Schubladen zu stecken, abfällig über Wirtschaftsflüchtlinge zu reden (selber aber genau das Problem der Abwanderung aus strukturschwachen Gegenden nicht in den Griff zu bekommen – nur da geht es noch lange nicht um leben oder vegetieren. Bei uns geht es nur um Leben oder besser Leben), Menschen mit Hass zu begegnen, sich gar nicht mit ihnen auseinandersetzen zu wollen, nicht bereit zu sein, mit ihnen in einen Dialog zu treten. Dass alles fördert keine Lösungen, dass alles ermöglicht keinen Frieden. Hass befeuert nur wieder Hass. Ich weiß schon – das Problem mit Parallelgesellschaften und das alles nicht Friede, Freude, Eierkuchen ist. Aber, wenn wir denen, die sich integrieren wollen, die ein Miteinander anstreben, die sich einbringen wollen, die Türe vor der Nase zuhauen, sie in einen Topf mit Verbrechern oder Vergewaltiger stecken und so tun, als würde Fritzl und Priklopil aus einer anderen Welt stammen, wenn wir das Gespräch mit ihnen verweigern, wenn wir gar nicht mehr zu hören wollen. Was glaubt ihr wird mit diesen Menschen passieren.

Wir zwängen Menschen wie Vieh in Unterkünfte ohne ausreichender Hygiene, ohne ausreichend Nahrung, ohne dass sie diese Unterkünfte verlassen dürfen, ohne ihnen irgendeine Perspektive zu geben und dass über Monate und wundern uns über Gewalt, die entsteht? So etwas ist absehbar, ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Sowie 2014 vorhersehbar war – nicht wegen Merkl und ihren „Wir schaffen das“ Sager, der am Höhepunkt (31.August 2015) passierte – sondern wegen den Kürzungen der Lebensmittelrationen in den Flüchtlingslagern Vorort – die übrigens bis heute auf die zugesagten Gelder aus dem Westen warten – dass sich diese Menschen irgendwann 2015 in Bewegung setzen werden.

Und zu unserer Identität, zu unserer Tradition – wir haben die doch schon längst an das System Wirtschaftswachstum verloren. Wir laufen doch in die Einkaufstempel, die die Kirchen ersetzt haben. Wir schmeißen doch jährlich 300.000 t Müll weg, mehr als der Handel, mehr als die Gastronomie. Wir verbrauchen doch mehr Ressourcen, als die Welt in einem Jahr wiederherstellen kann. Wir kaufen doch den ganzen Ramsch, von Tedi, Action, Kik, Primark und co. Oder nicht? Was verteidigen wir, wenn wir vom christlichen Abendland reden? Wohl kaum unsere Nächstenliebe, unsere Mitmenschlichkeit und unseren Glauben – wir verteidigen allein unseren Lebensstandard. Nur fragen wir nie, auf wessen Kosten wir ihn erkauft haben…

8 Jahre nachdem das System des liberalen Kapitalismus gescheitert ist, steht die Welt an der Kippe. Es gibt zwei Möglichkeiten – wir diskutieren ernsthaft über unser System, oder wir zerstören unsere eigene Welt, mit all der Brutalität und all der Konsequenz die so ein Krieg um die letzten Ressourcen unseres Planten mit sich bringen würde. Dann können wir, wie in der Geschichte schon oft vorgezeigt, ohne jegliche Veränderung unser System des Wachstums unverändert fortsetzen.

VdB steht vielleicht nicht für die notwendige Veränderung – aber ich weiß ganz klar für was die F steht und was für Folgen und Auswirkungen diese Politik hatte und hätte.

Und für die Veränderung – beginnen wir einmal einfach bei uns. Wollen wir unsere Tradition, unseren Glauben, dann gehen wir doch wieder in die Kirchen und lernen wieder zu beten. Wollen wir Gleichberechtigung, dann behandeln wir auch Frauen gleich und teilen uns die Arbeit im Haushalt. Wollen wir unsere Wirtschaft stärken, schauen wir, was wir vor Ort kaufen können. Gehen wir wieder in die Städte und in die kleinen Geschäfte und lassen die Einkaufszentren und den online Handel links liegen. Wollen wir das System der Verschwendung verändern – kaufen wir wieder Mehrwegflaschen aus Glas, statt Plastik und Tetra Pak, vermeiden wir Müll, kaufen wir das, was wir benötigen und schmeißen weniger Essen weg. Gehen wir kleiner Strecken öfters zu Fuß, nutzen wir öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Wir selbst können viel tun. Warten wir nicht auf die Politik, auf die Konzerne, schieben wir die Schuld nicht die ganze Zeit von uns weg – sondern nehmen selbst die Verantwortung, die wir haben, wahr und leben wir die Gesellschaft, in der wir auch leben wollen, dann werden wir sie nämlich auch nicht verlieren….

 

Die Bundespräsidentenwahl oder die Unfähigkeit sich zu bewegen

Es wird viel geschrieben in den letzten Tagen über die Aufhebung der Bundespräsidentwahl. Von Bananenrepublik bis hin, dass man bewusst weiter Gerüchte über Wahlmanipulation schürt. Man geißelt die FPÖ als schlechten Verlierer, man redet über eine nicht notwendige Wiederholung, bemüht den Wolf im Schafspelz. Demenz und Krankrankheitsgerüchte über VDB schwirren seit Tagen durch das Netz.

Beide Seiten sind schon in Fahrt gekommen, bevor es überhaupt losgeht.

Aber schuld sind wir selbst. Die Wahl als Spiegelbild einer ganzen Gesellschaft. Als Zeichen von Überheblichkeit des „Systems“, vom laschen Umgang mit Vorschriften und Gesetze. Mit einer Ausuferung an Bürokratie und einer besonderen Art von Bequemlichkeit und Trägheit, mit der man sich schon irgendwie durchwurschtelt.

Es war eine Wahlanfechtung mit Ansage! Sie wurde die Tage davor schon getrommelt, von Funktionären, über die Social Medien bis hin zu dem Parteichef der F! Und jeder, der weiß, wie sie tickt, die FPÖ, dem muss klar gewesen sein, was kommen würde und doch setzt man sich geradezu leichtfertig darüber hinweg und verspielt die Glaubwürdigkeit der Rechtsstaatlichkeit an einem Abend!

Man nimmt sich selbst nicht ernst, ein rasches und frühes Ergebnis ist wichtiger, als die Einhaltung der eigenen Vorschriften! Freilich ist niemand um eine Stimme betrogen worden. Es gefährdet aber auch niemanden jemanden wenn er mitten in der Nacht bei auto- und menschenleeren Straßen bei Rot über die Kreuzung fährt. Trotzdem ist es strafbar und 14 Bezirkswahlbehörden sind mit voller Absicht bei Rot über die Kreuzung gefahren, obwohl der ewig nörgelnde Nachbar angekündigt hat, an diesem Abend jeden anzuzeigen, der das macht. Wir haben es einfach ignoriert!

Oft und gern stellen wir Freiheitliche als dumm hin, Rechtschreibung und sinnerfassendes Lesen sei nicht so ihre Stärke (Rechtschreibung übrigens meine auch nicht immer ;-)). Wir machen uns lustig darüber und sitzen auf unserem hohen Ross, ohne zu erkennen, dass wir nicht minder dumm sind.

Ich selbst sitze als Wahlbeisitzer für die SPÖ in einer Wahlkommission in einer Gemeinde. Es ist dies meine 2. Wahl und meine erste Bundeswahl. Es gibt über 2.300 Gemeinden in Österreich. 2.300 Wahlbehörden und über 15.000 Wahlkommissionen die einwandfrei gearbeitet haben. In denen ca. 80.000 Beisitzer ihren Sonntag geopfert haben um für die Demokratie zu arbeiten. 14 Bezirkswahlbehörden haben dann in einem Aufwaschen all diese Freiwilligen in ein Licht getaucht, dass sie sich so nicht verdient haben.

Gleichzeitig ist es auch ein Spiegelbild. Zeigt auf, woran unsere Demokratie und unser System krankt. Auf der einen Seite Bürokratie und Gesetze, die weltfremd und an unserem Leben vorbei agieren. Gleichzeitig unsere Gleichgültigkeit gegenüber Vorschriften. Wer braucht schon Betriebsstätten-Genehmigungen, Veranstaltungsgesetz. Was gehen uns Bauvorschrift und Sicherheitsauflagen an? Wissen wir immer, was wir tun, informieren wir uns? Holen wir uns Auskunft ein, fragen nach? Und wie viele unter uns halten nicht brav die Hand auf, wenn es den einen oder anderen Euro schwarz zu verdienen gibt? Steuern sind ja für die da Oben!

Und wie schnell sind wir dabei, dann andere zu denunzieren? Unsere Rechtsschutzversicherung muss ja ausgenutzt werden. Da werden Waldbesitzer angezeigt, wenn man mit dem Mountainbike einen Unfall baut oder Nachbarn, wenn sie durch eine Straße fahren, gerade unlängst durch die Medien gegangen mit unfassbaren 600 Anzeigen. Der Nachbar, weil die Äste des Baumes in mein Grundstück hängen usw. usw. Wir wollen für jedes Schicksal einen Schuldigen haben. Wir wollen absolute Sicherheit für uns und unsere Kinder und haben uns mit Klagen und Gesetzen so gefesselt, dass sich unsere Gesellschaft nicht mehr bewegen kann.

Wir wollen absolute Sicherheit, aber Bestimmungen und Gesetze gelten dann immer nur für andere, nie für uns selbst. Wir wollen keine Verantwortung tragen, schimpfen auf Sozialschmarotzer, Asylwerber und verdienen uns zu unserer Invaliditätspension gerne das eine oder andere schwarz dazu, und das in dem Beruf, den wir eigentlich gar nicht mehr ausüben können. Es sind immer die anderen, die korrupt sind, die sich die Taschen bereichern, bei sich selbst schaut man da nicht so genau hin.

Wir sind sauer auf das System, übersehen aber, dass wir selbst das System sind.

Und die Parteien? Noch haben wir nicht kapiert, um was es geht! Dass wir kräftig daran mitarbeiten uns selbst abzuschaffen. Wir diskutieren über Zusammensetzungen von Parteipräsidien und ob da wohl jeder gerecht vertreten ist. Wir diskutieren darüber, welche Gemeinde denn jetzt sozialer ist und ob Gemeinden überhaupt sozial agieren. Wir haben noch nicht kapiert, dass uns in allen Richtungen die Felle davon schwimmen.

Statt beleidigt über das Urteil des Verfassungsgerichtshofs und über die böse FPÖ, die tatsächlich das gemacht hat, was sie angekündigt hat, zu diskutieren, sollten wir uns und unsere Gesetze hinterfragen. Sollten wir über unsere Strukturen reden. Darüber wo Gesetze enden und Eigenverantwortung beginnen muss. Und wir müssen uns schleunigst fragen, wofür stehen WIR!

Wütend und enttäuscht ziehen wir als Wutbürger los und wollen das System zerstören, das Alte vernichten, verhasste Strukturen einreißen, haben aber keinen Funken einer Ahnung, was danach sein soll! Wir haben keinen Plan, kein Ziel und schon gar keine Vision! Wir sind wütend, auf die da oben, auf unseren Alltag, auf alles, was uns das Leben schwer macht, uns daran stört auf unserer bequem gewordenen Insel der Seligen dahin zu dösen, während rund herum die Welt langsam aber sicher aus den Fugen gerät.

Wenn wir nicht aufpassen, dann werden wir unser Haus einreißen und beim nächsten Unwetter dastehen und uns wundern, warum wir nass geworden sind!

Dass, was wir jetzt brauchen, ist eine Vision und eine Vorstellung, wie unser zukünftiges Haus aussehen soll, und dann gehören die Ärmel hochgekrempelt und jeder, wirklich jeder, der Interesse an einer Zukunft hat, sollte daran mitbauen, und zwar, bevor wir unser altes Haus abreißen!

Nazi vs. Anarchist oder wie wir verlernen einander zu zuhören…

Schmeißt doch die Begriffe Links und Rechts in die Mülltonne der Geschichte!

Hören wir auf Diskussionen über den Untergang unserer Heimat zu führen! Von beiden Seiten!

Die einen sehen uns bereits wieder alle im Gleichschritt marschieren, sehen bereits die Hakenkreuzfahnen wieder wehen, sehen die Abschaffung der Demokratie.

Die anderen sehen unser Land von einer Horde plündernder, vergewaltigender, mit Sprengsätzen bewaffneter Islamisten überrannt!

Beide Vorstellungen sind absurde Gedankenspiele! Realität können sie nur werden, wenn wir nicht aufhören uns gegeneinander aufhetzen zu lassen.

Ich bin gegen neue Zäune und Grenzen, weil schon alleine die Kosten dafür höher sind, als der vernünftige Umgang mit Flüchtlingen. Wir haben gar nicht das Geld, die Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Voraussetzungen um uns auszusperren ohne uns selbst zu ruinieren. Abgesehen davon, dass ein Flüchtling immer ein Flüchtling bleibt. Da können wir Obergrenzen so oft wir wollen beschließen, rechtlich werden wir sie nie exekutieren können. Bin ich deshalb Links? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für das Hochhalten unserer Werte, wie Demokratie, Frauenrechte, Meinungsfreiheit und null Toleranz gegenüber Menschen, gleich von wo und aus welchen Gründen sie zu uns kommen, die diese Werte nicht einhalten! Ich halte jegliche Versuche, Straftaten von Asylwerbern zu verharmlosen oder erklären zu wollen, als unzulässig. Wer sich nicht an die hier gelebten Gesetze hält und seine Religion über das Gesetzt stellt, hat hier nichts verloren. Bin ich deshalb Rechts? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für ein Wirtschaftssystem, in dem jeder die Möglichkeit bekommen sollte, mit Fleiß, Einsatz und Können sich etwas aufzubauen. In denen nicht tausende Regeln Kreativität und Motivation behindern. In dem uns nicht hunderte Gesetze jegliche Eigenverantwortung abnehmen. Wir brauchen wieder mehr Freiheiten handeln zu können. Bin ich deshalb ein Wirtschaftsliberaler? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin gegen Konzerne, die auf der Suche nach Gewinnmaximierung Umwelt, Lebensräume und Menschenrechte mit Füßen treten. Ich bin für die Besteuerung von Vermögen der Superreichen, eine Besteuerung von Spekulationen, eine Koppelung von Managergehälter an das Mindesteinkommen in seinem Konzern. Bin ich deshalb ein Kommunist? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für die Stärkung einheimischer und lokaler Unternehmen, für die Vielfalt und Erhaltung der unterschiedlichsten Kulturen und Völker, sowie für deren Eigenständigkeit. Für mehr Individualität und Freiheit in der Produktion und weniger Gleichschaltung von Normen und Vorschriften! Bin ich deshalb ein Nationalist? Oder einfach ein besorgter Bürger?

Also was bin ich? Rechts oder Links? Liberal oder National? Wer beurteilt wen? Hören wir auf uns gegenseitig in Schubladen zu stecken! Nicht jeder, der Flüchtlingen hilft, ist ein linksradikaler, Steine werfender Anarchist! Nicht jeder, der Grenzkontrollen will ist ein springerstiefeltragender Nazi mit einer 88 auf dem Rücken tätowiert!

Also sind unsere Sorgen und Ängste von der Zukunft denn wirklich so grundlegend verschieden, dass uns jegliche Möglichkeit abhandenkommt, dass wir uns gemeinsam zusammensetzen und über unsere Vorstellungen reden?

Ich habe jedenfalls die große Sorge, dass, wenn uns das nicht mehr gelingt, wir nicht mehr weit davon entfernt stehen. Von dem in Gleichschritt marschierenden, von den plündernden und Bomben zündenden in eine Ausweglosigkeit getränkten Fremden und Einheimischen, von einer Radikalisierung unserer Gesellschaft, in der wir das Gegenüber nicht mehr als Mitbürger, sondern als Feind wahrnehmen.

Lernen wir doch wieder aufeinander zuzugehen. Lernen wir einander zuzuhören. Geben wir denen, die hier leben und sich integrieren wollen eine faire Chance, dass sie dies tun können und grenzen wir sie nicht von Anfang an aus. Nehmen wir die Sorgen über die Sicherheit ernst. Besinnen wir uns auch wieder unserer eigenen Kultur, Tradition und Religion – denn wenn wir diese leben, dann brauchen wir uns keine Angst vor einer Islamisierung machen. Wir können unsere Kultur nur verlieren, wenn sie uns gleichgültig geworden ist. Nehmen wir Frauenrechte selbst auch ernst und fordern wir sie nicht nur von Fremden ein, sondern hören wir selbst auch auf zu grabschen, wischen und zu tätscheln und stellen das als Kavaliersdelikt hin. Wenn wir nicht einmal fähig sind unsere Töchter in unserer Nationalhymne zu akzeptieren, wie wollen wir die Rechte der Frauen verteidigen?

Beginnen wir unser Wirtschaftssystem zu hinterfragen, Ausbeutung anzuprangern und fordern wir Solidarität ein. Zerstören wir Europa nicht, sondern ändern wir es doch! Achten wir auf unsere Umwelt, hören wir damit auf Getränkedosen, Zuckerlpapier und Abfall aus Autofenster zu werfen. Kaufen wir wieder einheimische Produkte, achten wir auf faire Produktionen und Tierhaltungen. Füttern wir nicht weiter anonyme Konzerne mit unserem Geld, sondern unsere eigenen Firmen! Gehen wir wieder in die Städte einkaufen und nicht in die gleichgeschalteten Einkaufszentren an deren Rändern!

Und wenn einer anderer Meinung ist, hören wir ihm zuerst einmal zu, bevor wir ein Urteil über ihn fällen!

Nichts aus der Geschichte gelernt, oder die Alternativlosigkeit unserer Zeit….

Wir haben es in der Schule gelernt, wir haben es nicht verstanden, nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist. Die Welle – bekannt und doch weit weg. Und jetzt?

Jetzt sitze ich da und schaue mir das Wahlergebnis an… nichts gelernt aus der Geschichte, denke ich mir, man folgt den gleichen einfachen Parolen, den simplen Erklärungen. Man verwendet ähnliche Worte, nur in einem neueren Gewand.

Aber ist die Antwort wirklich so einfach?

Wir leben in einer Zeit, in denen die Spirale zwischen Arm und Reich in einem drastischen Tempo auseinander triftet, nicht nur hier in unserem Land, sondern Weltweit. Wir produzieren, mehr als wir je produziert haben, wir arbeiten effektiver, als wir je gearbeitet haben, wir leisten mehr, als wir je geleistet haben, nur es geht weder uns noch der Wirtschaft besser. Unsere Systeme bröckeln, der Verbrauch unserer Gesellschaft galoppiert der Erzeugung hinter her. Das System Wachstum gerät ins Stocken, weil es nichts mehr zum Wachsen, nur mehr zum Ausbeuten gibt.

Da kommt es gerade recht. Gerade recht, wenn man Feindbilder hat, die man hegt und pflegt. Rattenfänger haben Hochsaison. Und wir? Und ich rede jetzt hier bewusst als wir in Bezug auf die SPÖ. Was bieten wir an? Was setzen wir dem entgegen, wo sind all die Grundwerte der Sozialdemokratie? Wo sind die großen Visionen, wo sind die sozialen Gesellschaftsmodelle, wo sind die Weichen für eine Zukunft?

Wir richten unsere Konzepte und Programme, unsere Arbeit nach Meinungsumfragen aus. Wir werfen unser Rückgrat über Bord. Wir verkaufen es für die Hoffnung den freien Fall aufzuhalten. Es kommen keine Zäune, naja, vielleicht eine Tür mit Seitenteile und dann nach einer Umfrage ist alles anders, und es kommen Zäune. Für was stehen wir?

Müssten wir nicht längst fragen. Was für ein Europa wollen wir? Ist diese Konstruktion die richtige? Wenn Europa, dann, wenn es notwendig ist Lösungen zu finden, dies nicht schafft, müssen wir dann nicht nachdenken, ob wir dieses Projekt neu aufsetzen sollten, neu aufsetzen müssten?

Müssten wir nicht längst das System des freien Marktes in Frage stellen? Müssten wir nicht längst darüber diskutieren, über Zinsen, Wachstum, ausufernde Spekulationen, einem Geldsystem, in den über 80 % keinen realen Bezug mehr zu einer Wirtschaftsleistung besitzt? Müssten wir nicht wenigstens versuchen, Alternativen aufzuzeigen und zu entwickeln. Oder stecken wir in diesem System aus Kapital und Gewinn schon dermaßen fest, dass wir gar keine Alternative mehr sehen?

Finden wir den Weg, den wir gehen wirklich alternativlos?

Es wird Zeit, dass wir die Notbremse ziehen und uns fragen, für was wollen wir in Zukunft stehen. Nicht Meinungsumfragen sollten Programme machen, sondern Menschen mit Überzeugungen, mit Visionen. Eine Partei sollte eine Bewegung sein. Bewegen wir noch Menschen? Und vor allem wohin wollen wir uns bewegen!

Ja, wir haben nichts aus der Geschichte gelernt, aber nicht das Volk, sondern die Parteien. Das Volk sucht zur Alternativlosigkeit nur Alternativen. Wenn wir verlernen Menschen zu inspirieren, wenn wir verlernen Gesellschaftsmodelle zu entwickeln, für die es sich lohnt zu kämpfen, dafür einzustehen und mit Überzeugung dahinter zu stehen, dann verlieren wir auch die Möglichkeit Zukunft zu gestalten. Dann sind wir nur Trittbrettfahrer, auf einem Zug in den Abgrund, denn, der Weg der Schienen ist alternativlos….

Gedanken zum Tag der sozialen Gerechtigkeit…

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!

Während Hetzer und Rattenfänger unsere Gesellschaft immer mehr radikalisieren, rutschen immer mehr Menschen in die Armut, sehen immer mehr Menschen keine Zukunft mehr. Es greift die Angst, dass am Ende des Tages zu wenig zum Leben übrigbleibt, um sich.

Wir diskutieren über Mindestsicherung und schieben Asylwerber vor, um Sozialleistungen zu kürzen. Dabei gehört über andere Dinge längst geredet.

Wenn 1 % der Weltbevölkerung mehr besitzt als die restlichen 99 % zusammen, wenn 5 % der österreichischen Bevölkerung mehr besitzen als die restlichen 95 % zusammen, dann hat unser System des unendlichen Wachstums längst versagt. Wenn 3 Mrd. Menschen mit weniger als 1,60 € am Tag leben müssen, bekommt der Begriff Wirtschaftsflüchtling vielleicht ein anderes Bild.

Aber wir diskutieren nicht über die Ursachen dieser Ungleichheit, wir reden nicht über eine gerechtere Verteilung, wir kämpfen nicht gegen Ungerechtigkeit. Wir lassen uns viel lieber gegeneinander ausspielen. Einheimische Obdachlose gegen heimatlose Kriegsflüchtlinge. Arme gegen noch Ärmere, wir fallen auf Parolen herein und verstecken uns hinter Mauern und Zäunen, wir schüren lieber Ängste, anstatt uns selbst zu fragen, ob Geiz wirklich immer geil war.

Wir gönnen unserem Nachbarn das neue Auto viel weniger als einem Messi seine Milliardengage. Wir schimpfen auf Politikergehälter, aber nicht auf Managergehälter.

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit.

Vielleicht wird es Zeit einmal über wirklich wichtige Dinge zu reden. Über Konzerne, die Milliarden verschieben, über den bedingungslosen Glauben an das unumstößliche Gesetz des Wirtschaftswachstums, der längst keines mehr ist. Auf einen Planeten, dessen Ressourcen wir ausgeschöpft haben, an denen die westlichen Staaten im Schnitt über 3 Erden im Jahr verbrauchen, heißt wachsen nur, dass es auf Kosten anderer geht und am Ende des Tages auf die Kosten von 99 % der Menschheit.

Unsere Moral hört dort auf, wo wir gute Geschäfte machen. Der schnell verdiente 100er schwarz ist uns näher als unser Sozialsystem, darum sollen sich doch andere kümmern. Die Hose um 13,99 ist doch sensationell billig, das Leid dahinter sehe ich ja beim Kauf nicht. Das e-banking ist so praktisch und auf der SB Tankstelle ist es halt billiger, die Arbeitslosen muss aber irgendwer bezahlen. Lieber clevere 0,60 € für ein kg Kartoffel als 2 € am Bauernmarkt. Und weniger Fleisch… geht doch gar nicht, ich lass mir doch nicht vorschreiben, was und wieviel ich esse….

Aber es sind immer die anderen, die es richten sollen. Die Politiker, die machen doch nichts, aber politisch engagieren möchte ich mich nicht. Die Gewerkschaft besteht doch nur aus Bonzen, aber selbst, nein selbst würde ich nie dazu gehen und streiken für mehr Gerechtigkeit schon gar nicht. Die Kirche soll selbst was tun, als nur so zu reden, sind ja alles nur knabenlüsterne Kerle, aber ausgetreten bin ich schon lange….

Wir sind nicht bereit selbst etwas für die Gesellschaft bei zu tragen. Wir sind nicht bereit etwas für mehr Gerechtigkeit zu tun. Wir warten darauf, dass es andere machen und übersehen, dass das doch immer wir selbst sind. Die Politik bewegt sich nur durch Menschen, die sich engagieren, die Gewerkschaft ist nur so stark wie ihre Mitglieder bereit sind zu gehen, die Kirche wird durch Menschen geprägt. Unsere Gesetze, unser System unsere Wirtschaft ist nicht einfach gottgegeben. Wir entscheiden zu welchen Rahmenbedingungen und mit welchen Regeln wir leben wollen.

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!

Beginnen wir mehr Gerechtigkeit zu leben, anstelle zu warten, bis die Solidarität von alleine zu uns kommt…

Beginnen wir alte Systeme die immer in Krieg und Zusammenbruch enden, zu hinterfragen. Bestehen und verlangen wir wieder eine Moral in unserer Gesellschaft und leben wir diese auch selbst. Verändern wir die Strukturen und beginnen uns zu engagieren, in unserer Familie, in unserer Straße, in unserer Gemeinde, in unserem Land, auf unserer Welt!

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!