Gabalier, die #Bundeshymne und warum Töchter wichtig sind….

Ich beginne diesmal mit einem Zitat: Die Feder ist mächtiger als das Schwert von Edward Bulwer-Lytton.
In Syrien wird die Bevölkerung zwischen den Fronten aufgerieben und abgeschlachtet, in der Ukraine entsteht gerade ein Konflikt, dessen Tragweite noch gar nicht absehbar ist, im Mittelmeer ertrinken nach wie vor hunderte von Flüchtlingen, während europäische, amerikanische und asiatische Konzerne sich in Afrika Bodenschätze und fruchtbare Landstriche unter den Nagel reißen. Die Gletscher schmelzen und während wir darüber diskutieren, ob es jetzt wirklich eine Erderwärmung gibt und ob wir dafür verantwortlich sind, hat uns die Natur längst überholt… usw…. usw… und worüber diskutiert Österreich, aufgeregter, hitziger und emotionaler als all das, was uns eigentlich wirklich sorgen machen müsste? Über die Bundeshymne… Und warum?
Ein Wort, ein Satz:

Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat großer Töchter und Söhne….

Und warum? Weil da jetzt Töchter stehen, weil jemand es ohne Töchter gesungen hat?
Eine Volksabstimmung soll her. Wir wollen die alte Hymne zurück. Was wollen wir wirklich? Wenn es uns nicht so wichtig ist, wenn es Wichtigeres gibt als darüber zu diskutieren, wenn es nicht politisch ist und wenn es nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat, mit dem Rollenbild, Frau daheim, Mann arbeitet und schafft. Zukunftsreich bist du großer Söhne…. Warum um alles in der Welt kocht dann die Volkseele so hoch. Bricht ein unglaublicher Shitstorm über ein Foto von Heinisch-Hosek her, brechen Artikel darüber sämtliche Rekorde. Warum, bewegt es uns dann so?
Wenn man den Nagel auf den Kopf trifft, schreit Man(n)…. Ist da vielleicht nicht ganz tief drinnen doch etwas, was mit all dem zu tun hat. Die meisten kennen die Hymne gar nicht, oder können sie kaum mitsingen. Schaut man sich da die Nationalelf von Österreich und Brasilien an, weiß man, was für eine Bedeutung die Hymne in unserem Alltag spielt. Irgendwo weit unter jeglicher Wahrnehmung dümpelt sie dahin. Bis auf… genau, bis auf die Töchter.
Die Feder ist mächtiger, als das Schwert. Worte können treffen, verletzen, emotionalisieren, mitreißen oder sind eben Symbole.
Freilich, niemand hat deshalb mehr Lohn, niemand ist deshalb gleichgestellt. Freilich, deshalb gibt es keine Frau mehr in einer Top Position. Freilich, deshalb verschwindet die Ungleichheit in unserem täglichen Umgang nicht, bekommen Buben Autos und Mädchen Puppen. Gehen Frauen in Karenz und Elternteilzeit und Männer eben nicht… oder?
Beginnt nicht jeder Weg auch mit den Worten, mit den Begriffen die wir verwenden? Heimat großer Töchter und Söhne scheint nicht in unsere Welt zu passen und die Diskussion und die Beiträge lassen tief in das eigene Verständnis von Gleichberechtigung blicken. Auszüge gefällig:

„zu viel Frauen in der Politik“
„Vielleicht wird das Arschgreifverbot auch noch in der Hymne aufgenommen“
„Zu der Dame fällt mir nur ein: Overworked and underfucked“

Zeugt alles von einem unverkrampften Umgang zwischen den Geschlechtern.
So gesehen sind die Töchter dann doch ein Stimmungsbarometer, eine Anzeige, wo wir stehen und der Grund warum es zwar mehr Frauen als Akademiker gibt, die aber auf dem Weg in die Führungsebenen irgendwie in der Gesellschaft verloren gehen. Wenn Qualifikation ausschlaggebend wäre, bräuchten wir schon lange nicht mehr über Quoten diskutieren. Die Realität zwischen Beruf, Familie und Kinder begräbt Frau in alten Rollenbildern. Mädchen spielen mit Puppen, Buben mit Autos…. Ein Wort mag zwar keine Ungerechtigkeiten abschaffen, aber sollte als Symbol der Gleichwertigkeit und Akzeptanz nicht unterschätzt werden.
Frauen und Männer sind und werden nie gleich sein – aber gleichwertig, in den Chancen, in der Partnerschaft, im Job…

Land der Hämmer, zukunftsreich!
Goßer Töchter und Söhne…

Ohne Emotion – aber als Selbstverständnis unseres Umganges miteinander…

© Andreas M. Fillei

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