Gedanken zum Tag der sozialen Gerechtigkeit…

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!

Während Hetzer und Rattenfänger unsere Gesellschaft immer mehr radikalisieren, rutschen immer mehr Menschen in die Armut, sehen immer mehr Menschen keine Zukunft mehr. Es greift die Angst, dass am Ende des Tages zu wenig zum Leben übrigbleibt, um sich.

Wir diskutieren über Mindestsicherung und schieben Asylwerber vor, um Sozialleistungen zu kürzen. Dabei gehört über andere Dinge längst geredet.

Wenn 1 % der Weltbevölkerung mehr besitzt als die restlichen 99 % zusammen, wenn 5 % der österreichischen Bevölkerung mehr besitzen als die restlichen 95 % zusammen, dann hat unser System des unendlichen Wachstums längst versagt. Wenn 3 Mrd. Menschen mit weniger als 1,60 € am Tag leben müssen, bekommt der Begriff Wirtschaftsflüchtling vielleicht ein anderes Bild.

Aber wir diskutieren nicht über die Ursachen dieser Ungleichheit, wir reden nicht über eine gerechtere Verteilung, wir kämpfen nicht gegen Ungerechtigkeit. Wir lassen uns viel lieber gegeneinander ausspielen. Einheimische Obdachlose gegen heimatlose Kriegsflüchtlinge. Arme gegen noch Ärmere, wir fallen auf Parolen herein und verstecken uns hinter Mauern und Zäunen, wir schüren lieber Ängste, anstatt uns selbst zu fragen, ob Geiz wirklich immer geil war.

Wir gönnen unserem Nachbarn das neue Auto viel weniger als einem Messi seine Milliardengage. Wir schimpfen auf Politikergehälter, aber nicht auf Managergehälter.

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit.

Vielleicht wird es Zeit einmal über wirklich wichtige Dinge zu reden. Über Konzerne, die Milliarden verschieben, über den bedingungslosen Glauben an das unumstößliche Gesetz des Wirtschaftswachstums, der längst keines mehr ist. Auf einen Planeten, dessen Ressourcen wir ausgeschöpft haben, an denen die westlichen Staaten im Schnitt über 3 Erden im Jahr verbrauchen, heißt wachsen nur, dass es auf Kosten anderer geht und am Ende des Tages auf die Kosten von 99 % der Menschheit.

Unsere Moral hört dort auf, wo wir gute Geschäfte machen. Der schnell verdiente 100er schwarz ist uns näher als unser Sozialsystem, darum sollen sich doch andere kümmern. Die Hose um 13,99 ist doch sensationell billig, das Leid dahinter sehe ich ja beim Kauf nicht. Das e-banking ist so praktisch und auf der SB Tankstelle ist es halt billiger, die Arbeitslosen muss aber irgendwer bezahlen. Lieber clevere 0,60 € für ein kg Kartoffel als 2 € am Bauernmarkt. Und weniger Fleisch… geht doch gar nicht, ich lass mir doch nicht vorschreiben, was und wieviel ich esse….

Aber es sind immer die anderen, die es richten sollen. Die Politiker, die machen doch nichts, aber politisch engagieren möchte ich mich nicht. Die Gewerkschaft besteht doch nur aus Bonzen, aber selbst, nein selbst würde ich nie dazu gehen und streiken für mehr Gerechtigkeit schon gar nicht. Die Kirche soll selbst was tun, als nur so zu reden, sind ja alles nur knabenlüsterne Kerle, aber ausgetreten bin ich schon lange….

Wir sind nicht bereit selbst etwas für die Gesellschaft bei zu tragen. Wir sind nicht bereit etwas für mehr Gerechtigkeit zu tun. Wir warten darauf, dass es andere machen und übersehen, dass das doch immer wir selbst sind. Die Politik bewegt sich nur durch Menschen, die sich engagieren, die Gewerkschaft ist nur so stark wie ihre Mitglieder bereit sind zu gehen, die Kirche wird durch Menschen geprägt. Unsere Gesetze, unser System unsere Wirtschaft ist nicht einfach gottgegeben. Wir entscheiden zu welchen Rahmenbedingungen und mit welchen Regeln wir leben wollen.

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!

Beginnen wir mehr Gerechtigkeit zu leben, anstelle zu warten, bis die Solidarität von alleine zu uns kommt…

Beginnen wir alte Systeme die immer in Krieg und Zusammenbruch enden, zu hinterfragen. Bestehen und verlangen wir wieder eine Moral in unserer Gesellschaft und leben wir diese auch selbst. Verändern wir die Strukturen und beginnen uns zu engagieren, in unserer Familie, in unserer Straße, in unserer Gemeinde, in unserem Land, auf unserer Welt!

Heute war der Tag der sozialen Gerechtigkeit!

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