Nichts aus der Geschichte gelernt, oder die Alternativlosigkeit unserer Zeit….

Wir haben es in der Schule gelernt, wir haben es nicht verstanden, nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist. Die Welle – bekannt und doch weit weg. Und jetzt?

Jetzt sitze ich da und schaue mir das Wahlergebnis an… nichts gelernt aus der Geschichte, denke ich mir, man folgt den gleichen einfachen Parolen, den simplen Erklärungen. Man verwendet ähnliche Worte, nur in einem neueren Gewand.

Aber ist die Antwort wirklich so einfach?

Wir leben in einer Zeit, in denen die Spirale zwischen Arm und Reich in einem drastischen Tempo auseinander triftet, nicht nur hier in unserem Land, sondern Weltweit. Wir produzieren, mehr als wir je produziert haben, wir arbeiten effektiver, als wir je gearbeitet haben, wir leisten mehr, als wir je geleistet haben, nur es geht weder uns noch der Wirtschaft besser. Unsere Systeme bröckeln, der Verbrauch unserer Gesellschaft galoppiert der Erzeugung hinter her. Das System Wachstum gerät ins Stocken, weil es nichts mehr zum Wachsen, nur mehr zum Ausbeuten gibt.

Da kommt es gerade recht. Gerade recht, wenn man Feindbilder hat, die man hegt und pflegt. Rattenfänger haben Hochsaison. Und wir? Und ich rede jetzt hier bewusst als wir in Bezug auf die SPÖ. Was bieten wir an? Was setzen wir dem entgegen, wo sind all die Grundwerte der Sozialdemokratie? Wo sind die großen Visionen, wo sind die sozialen Gesellschaftsmodelle, wo sind die Weichen für eine Zukunft?

Wir richten unsere Konzepte und Programme, unsere Arbeit nach Meinungsumfragen aus. Wir werfen unser Rückgrat über Bord. Wir verkaufen es für die Hoffnung den freien Fall aufzuhalten. Es kommen keine Zäune, naja, vielleicht eine Tür mit Seitenteile und dann nach einer Umfrage ist alles anders, und es kommen Zäune. Für was stehen wir?

Müssten wir nicht längst fragen. Was für ein Europa wollen wir? Ist diese Konstruktion die richtige? Wenn Europa, dann, wenn es notwendig ist Lösungen zu finden, dies nicht schafft, müssen wir dann nicht nachdenken, ob wir dieses Projekt neu aufsetzen sollten, neu aufsetzen müssten?

Müssten wir nicht längst das System des freien Marktes in Frage stellen? Müssten wir nicht längst darüber diskutieren, über Zinsen, Wachstum, ausufernde Spekulationen, einem Geldsystem, in den über 80 % keinen realen Bezug mehr zu einer Wirtschaftsleistung besitzt? Müssten wir nicht wenigstens versuchen, Alternativen aufzuzeigen und zu entwickeln. Oder stecken wir in diesem System aus Kapital und Gewinn schon dermaßen fest, dass wir gar keine Alternative mehr sehen?

Finden wir den Weg, den wir gehen wirklich alternativlos?

Es wird Zeit, dass wir die Notbremse ziehen und uns fragen, für was wollen wir in Zukunft stehen. Nicht Meinungsumfragen sollten Programme machen, sondern Menschen mit Überzeugungen, mit Visionen. Eine Partei sollte eine Bewegung sein. Bewegen wir noch Menschen? Und vor allem wohin wollen wir uns bewegen!

Ja, wir haben nichts aus der Geschichte gelernt, aber nicht das Volk, sondern die Parteien. Das Volk sucht zur Alternativlosigkeit nur Alternativen. Wenn wir verlernen Menschen zu inspirieren, wenn wir verlernen Gesellschaftsmodelle zu entwickeln, für die es sich lohnt zu kämpfen, dafür einzustehen und mit Überzeugung dahinter zu stehen, dann verlieren wir auch die Möglichkeit Zukunft zu gestalten. Dann sind wir nur Trittbrettfahrer, auf einem Zug in den Abgrund, denn, der Weg der Schienen ist alternativlos….

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