Nazi vs. Anarchist oder wie wir verlernen einander zu zuhören…

Schmeißt doch die Begriffe Links und Rechts in die Mülltonne der Geschichte!

Hören wir auf Diskussionen über den Untergang unserer Heimat zu führen! Von beiden Seiten!

Die einen sehen uns bereits wieder alle im Gleichschritt marschieren, sehen bereits die Hakenkreuzfahnen wieder wehen, sehen die Abschaffung der Demokratie.

Die anderen sehen unser Land von einer Horde plündernder, vergewaltigender, mit Sprengsätzen bewaffneter Islamisten überrannt!

Beide Vorstellungen sind absurde Gedankenspiele! Realität können sie nur werden, wenn wir nicht aufhören uns gegeneinander aufhetzen zu lassen.

Ich bin gegen neue Zäune und Grenzen, weil schon alleine die Kosten dafür höher sind, als der vernünftige Umgang mit Flüchtlingen. Wir haben gar nicht das Geld, die Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Voraussetzungen um uns auszusperren ohne uns selbst zu ruinieren. Abgesehen davon, dass ein Flüchtling immer ein Flüchtling bleibt. Da können wir Obergrenzen so oft wir wollen beschließen, rechtlich werden wir sie nie exekutieren können. Bin ich deshalb Links? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für das Hochhalten unserer Werte, wie Demokratie, Frauenrechte, Meinungsfreiheit und null Toleranz gegenüber Menschen, gleich von wo und aus welchen Gründen sie zu uns kommen, die diese Werte nicht einhalten! Ich halte jegliche Versuche, Straftaten von Asylwerbern zu verharmlosen oder erklären zu wollen, als unzulässig. Wer sich nicht an die hier gelebten Gesetze hält und seine Religion über das Gesetzt stellt, hat hier nichts verloren. Bin ich deshalb Rechts? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für ein Wirtschaftssystem, in dem jeder die Möglichkeit bekommen sollte, mit Fleiß, Einsatz und Können sich etwas aufzubauen. In denen nicht tausende Regeln Kreativität und Motivation behindern. In dem uns nicht hunderte Gesetze jegliche Eigenverantwortung abnehmen. Wir brauchen wieder mehr Freiheiten handeln zu können. Bin ich deshalb ein Wirtschaftsliberaler? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin gegen Konzerne, die auf der Suche nach Gewinnmaximierung Umwelt, Lebensräume und Menschenrechte mit Füßen treten. Ich bin für die Besteuerung von Vermögen der Superreichen, eine Besteuerung von Spekulationen, eine Koppelung von Managergehälter an das Mindesteinkommen in seinem Konzern. Bin ich deshalb ein Kommunist? Oder einfach nur ein besorgter Bürger?

Ich bin für die Stärkung einheimischer und lokaler Unternehmen, für die Vielfalt und Erhaltung der unterschiedlichsten Kulturen und Völker, sowie für deren Eigenständigkeit. Für mehr Individualität und Freiheit in der Produktion und weniger Gleichschaltung von Normen und Vorschriften! Bin ich deshalb ein Nationalist? Oder einfach ein besorgter Bürger?

Also was bin ich? Rechts oder Links? Liberal oder National? Wer beurteilt wen? Hören wir auf uns gegenseitig in Schubladen zu stecken! Nicht jeder, der Flüchtlingen hilft, ist ein linksradikaler, Steine werfender Anarchist! Nicht jeder, der Grenzkontrollen will ist ein springerstiefeltragender Nazi mit einer 88 auf dem Rücken tätowiert!

Also sind unsere Sorgen und Ängste von der Zukunft denn wirklich so grundlegend verschieden, dass uns jegliche Möglichkeit abhandenkommt, dass wir uns gemeinsam zusammensetzen und über unsere Vorstellungen reden?

Ich habe jedenfalls die große Sorge, dass, wenn uns das nicht mehr gelingt, wir nicht mehr weit davon entfernt stehen. Von dem in Gleichschritt marschierenden, von den plündernden und Bomben zündenden in eine Ausweglosigkeit getränkten Fremden und Einheimischen, von einer Radikalisierung unserer Gesellschaft, in der wir das Gegenüber nicht mehr als Mitbürger, sondern als Feind wahrnehmen.

Lernen wir doch wieder aufeinander zuzugehen. Lernen wir einander zuzuhören. Geben wir denen, die hier leben und sich integrieren wollen eine faire Chance, dass sie dies tun können und grenzen wir sie nicht von Anfang an aus. Nehmen wir die Sorgen über die Sicherheit ernst. Besinnen wir uns auch wieder unserer eigenen Kultur, Tradition und Religion – denn wenn wir diese leben, dann brauchen wir uns keine Angst vor einer Islamisierung machen. Wir können unsere Kultur nur verlieren, wenn sie uns gleichgültig geworden ist. Nehmen wir Frauenrechte selbst auch ernst und fordern wir sie nicht nur von Fremden ein, sondern hören wir selbst auch auf zu grabschen, wischen und zu tätscheln und stellen das als Kavaliersdelikt hin. Wenn wir nicht einmal fähig sind unsere Töchter in unserer Nationalhymne zu akzeptieren, wie wollen wir die Rechte der Frauen verteidigen?

Beginnen wir unser Wirtschaftssystem zu hinterfragen, Ausbeutung anzuprangern und fordern wir Solidarität ein. Zerstören wir Europa nicht, sondern ändern wir es doch! Achten wir auf unsere Umwelt, hören wir damit auf Getränkedosen, Zuckerlpapier und Abfall aus Autofenster zu werfen. Kaufen wir wieder einheimische Produkte, achten wir auf faire Produktionen und Tierhaltungen. Füttern wir nicht weiter anonyme Konzerne mit unserem Geld, sondern unsere eigenen Firmen! Gehen wir wieder in die Städte einkaufen und nicht in die gleichgeschalteten Einkaufszentren an deren Rändern!

Und wenn einer anderer Meinung ist, hören wir ihm zuerst einmal zu, bevor wir ein Urteil über ihn fällen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s